Der Pfadfinder-Nikolaus geht auf Abstand! (2020)

Der Besuch vom Nikolaus ist für viele Kinder eine der schönsten Traditionen in der Adventszeit. Ihn persönlich zu erleben ist für viele Kinder ein Traum, welches der DPSG-Pfadfinderstamm ASKOLA Bretten seit neun Jahren Kindern erfüllt. Diesen wegen Corona komplett platzen zu lassen, war für die Brettener Georgspfadfinder die schlechtere Option. Aus diesem Grund arbeiteten die Pfadfinder emsig an einem Hygienekonzept – wie sie trotz Corona – Kindern in der Vorweihnachtszeit eine Freude bereiten konnten.

Nicht in der Wohnung, sondern draußen im Garten oder auf einer Waldlichtung überraschte der Pfadfinder-Nikolaus, der aufgrund der Kontaktbeschränkungen in diesem Jahr ohne seine Helfer Engel und Knecht Ruprecht auskommen musste, Familien. Und so wurde in manchem Garten ein Lagerfeuer entfacht, Plätzchen gegessen und bei einem heißen Punsch auf den heiligen Bischof in der Familie gewartet. Schon bei der Anmeldung klärten die Pfadfinder, ob die besuchten Familien aus einem Haushalt stammten., damit sämtliche Corona-Regeln eingehalten werden konnten. Mit einer Bischofsstab-Länge-Abstand, die immerhin 2,20 Meter misst, berichtete der Nikolaus – der unter seinem langen weißen Bart eine FFP2-Maske versteckte -aus dem Goldenen Buch. Die entsprechenden Einträge erhielten die Pfadfinder vorab per E-Mail von den Eltern. Mögliche Geschenke konnte er diesjährig nicht an die Kinder direkt verteilen, aber ihnen ein Tipp geben wo zu suchen sei.

„Der Nikolaus ist kein Coca-Cola-Weihnachtsmann“ betonen die Pfadfinder. Vielmehr soll der Pfadfinder-Nikolaus jenen Nikolaus von Myra darstellen, der als Bischof in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts in Kleinasien lebte und sein ganz ererbtes Vermögen an die Armen verteilte. 

Eine Anmeldung zum Nikolausdienst für die nächste Saison ist ab dem 05. November 2021 online unter nikolausdienst-bretten.de möglich, hoffentlich dann wieder mit einem Engel und einem Knecht Ruprecht, so die Pfadfinder.

Wen der Nikolaus lobt…

(BNN vom 06.12.2019)

„Du hast immer ganz toll deine Zähne geputzt!“ lobt der Nikolaus oder „Du hast vor kurzem deinen Schnuller hergegeben! Toll“ Aber er mahnt auch pädagogisch klug mit Liebesbotschaft vorab: „Du weißt ja wie doll lieb Mami und Papi dich haben. Aber du darfst deinen Bruder nicht so ärgern, ja“ 14 Mädchen und Buben zwischen einem und neun Jahren haben am Donnerstag lange zum Fenster hinaus gespickelt, wann er endlich kommt: Der Nikolaus.

Und er kam, wie mit den Eltern zuvor verabredet mit seinem Knecht Ruprecht und zwei Engeln. Und sie brachten kleine Gaben im großen Sack mit zu Familie Gärtner.

Liam, Johanna, Japser und Mattis trauten sich, wie die anderen, erst nicht so richtig vor. Manche blieben fest an die Mama geklammert auf dem Schoß sitzen. Doch als der Nikolaus – entsandt von den Georgspfadfindern Stamm Askola Bretten – mit sanfter Stimme zu ihnen sprach und einem nach den anderen seinen Krummstab anvertraute, da tauten sie langsam auf. Und alle machten große Augen, was der Mann im Gewand alles wußte. „Und ich weiß auch viel über Mama und Papa“, scherzte der Nikolaus und erntete Lacher – ob von Marie, Hannah, Till oder einem anderen Kind ließ sich nicht so schnell feststellen. Aber am Ende sangen alle mit beim Nikolauslied: „Lustig, lustig, tralla lala laa, bald ist Nikolausabend da, bald ist Nikolausabend da..“

Nachdem jedes Kind seien ganz eigene Ansprache bekommen hatte dank Notizen im dicken rotenNikolaus-Buch, da freuten sich auch Eni, Luna, Finn und Mika neben Frieda und die beiden Jakobs über Geschenke aus dem Sack.

Erik Böttcher, wie der Nikolaus mit bürgerlichen Namen heißt, besucht auch am Freitag, 6. Dezember, weitere Kinder – insgesamt 60 Familien in zwei Tagen, auch in Kindergärten und sogar eine 15-jährige. „Ausnahmsweise“, so der Nikolaus zu BNN. Sie habe sich das immer so gewünscht. Anmelden kannman sich fürs nächste Jahr ab 5. November 2020. Nun ziehen die Engel Susi Britting und Emely Blaschke aber noch ein wenig weiter mit Sebastian Petersen im dunklen Knechtsmantel.

Nikoläuse legen Sonderschichten ein!

Der Pfadfinder-Nikolaus mit seinen treuen Begleiterinnen und Begleitern.

(Beitrag aus der BNN geschrieben von Catrin Dederichs)

Bei einigen füllt er die Stiefel vor der Tür, zu anderen kommt er direkt ins Haus: der Nikolaus. Für alle, die ihn persönlich erleben wollen, bieten die Georgspfadfinder Bretten seit acht Jahren einen erfolgreich expandierenden Nikolausdienst an.

So war es zu Beginn ein einziges Team von Bischof, Knecht Ruprecht und ein bis zwei Engeln, das kleine Geschenke verteilte. Bald schon schickten die „Pfadis“ zwei Gruppen auf Reise und in diesem Jahr werden drei „Nikoläuse“ zwei Tage lang unterwegs sein. Dennoch heißt es schon jetzt aus der Nikolauszentrale: Der Donnerstag ist rappelvoll. Wir überlegen bereits zusätzlich eine Sonderschicht ab 15 Uhr einzurichten.“ Selbst Schulen, Kindergärrten oder Peter- und-Paul-Gruppen hätten schon angefragt, berichtet Initiator Erik Böttcher. „Für den einen Kindergarten machen wir das, weil dort das Kind eines Mitglieds drin ist. Grundsätzlich ist unser Dienst für Familien gedacht.“ Inzwischen ist die ganze Aktion digitalisiert und gut durchorganisiert. Per „Nikolaus-Whatsapp-Gruppe“ schicken die Pfadfinder ihre Engel und Knechte auf die Reise, Google Maps zeigt ihnen die optimale Route. Kurz vor dem Besuch meldet sich der Fahrer telefonisch auf dem Handy der Eltern an. Diese bringen dann die Präsente und einen Zettel mit den wichtigsten Informationen vor die Tür. „Da stehen Name und Alter der Kinder, der Hinweis, ob sie ein Lied singen oder nicht sowie die guten oder schlechten Taten drauf“ erläutert der Initiator. Wobei sein Fokus klar auf den positiven Eigenschaften liegt. „Das Wichtigste für uns ist das Loben, uns geht es nicht ums Bestrafen oder Erziehen.“ Allerhand Schnuller von kleineren Kindern, die ihre Nuckelära beenden wollten, seien dennoch im Laufe der Jahre zusammengekommen. Und auch die Erwachsenen würden gelegentlich ihr Fett wegkriegen, etwa wenn der Ehepartner etwas diesbezügliches auf den Zettel schreibt. So gebe es für die Großen schon mal Ansagen wie „Geschirr wegräumen“ oder „Auto waschen“. Die Kinder selbst seien meist freudig aufgeregt – es gibt aber auch Ausnahmen. „Wir hatten schon Familien, die hatten vor allem Angst – vor Nikolaus, Knecht Ruprecht und sogar vor den Engeln“, erinnert sich „Engel“ Susi Britting. An ihren ersten Einsatz als Engel erinnert sich ihre Kollegin Emely Blaschke. „Am Anfang habe ich überlegt, ob es wohl lustig oder eher peinlich ist. Aber dann hat es echt Spaß gemacht, deshalb wollen wir das dieses Jahr wiedermachen.“ Reserve-Nikolaus Timo Pedrosa kennt solche Gefühle. „Am Anfang ist das komisch, aber nach der ersten Familie läuft das schon“. Rund 15 Minuten dauert so ein Besuch des „heiligen Mannes“, wenn viele Kinder in einem Haus zusammenkommen, planen die Pfadfinder entsprechend mehr Zeit ein. Diese Woche wollen sie sich zusammensetzen und besprechen wer was macht und alles noch einmal durchspielen. DernDienst erledigen die Pfadis übrigens ehrenamtlich, bitten aber dennoch um einen Obolus zum Decken der Kosten sowie für ihren Sozialfond. „Das Geld ist für Kinder bestimmt, die sich die Pfadfinderfahrten nicht leisten können“, informiert Böttcher über den Verwendungszweck.

Über 30 Familien nutzten den Nikolausbesuchsdienst.

Am 5. und 6. Dezember schauen viele Kinder in Bretten und Umgebung gespannt aus dem Fenster, wenn der Nikolaus mit seiner Gefolgschaft durch die Straßen zieht. Zu verdanken ist das den Brettener Georgspfadfindern.

Mit einer Mitra auf dem Kopf steht der Bischof, dicht gefolgt von einem Engel und dem Knecht Ruprecht, an der Schwelle zu einem mit Kaminfeuer erwärmten Wohnzimmer und begrüßt die Anwesenden durch ein langsames Klopfen auf den Boden mit dem Bischofsstab. Die Kinder sitzen vor den knisternden Flammen und unterbrechen ihr Spiel für einen kurzen Moment. Die Augen leuchten, als sie merken, dass ihnen gerade der Nikolaus mit seinen Helfern einen Besuch abstattet.

Seit 2011 organisieren die Pfadfinder den Nikolaus-Besuchsdienst, der sich ausschließlich an Familien richtet. Überrascht waren die Pfadis in diesem Jahr von der großen Anzahl von Anfragen. Über 30 Familien wurden von den Nikolausteams besucht.

Dass sich die Arbeit lohnt, belegt Organisator Erik Böttcher mit Anektoden aus den vergangenen Jahren. „Viele Kinder geben dem Nikolaus ihre Schnuller, um sich im Anschluss davon loszusagen.“ Das schöne seien ohnehin die Reaktionen der Kinder. „Einige bringen dem Nikolaus Gedichten und Lieder vor, andere überreichen selbstgemalte Bilder.“ Mit dem Ende der Nikolausaktion gehen die Pfadfinder-Nikoläuse in den wohlverdienten Jahresurlaub. Ab dem 1. November 2018 nehmen die Pfadfinder neue Anmeldungen für die Nikolaussaision 2018 entgegen. Aufgrund der überwältigenden Nachrage planen die Pfadfinder dann mit einem weiteren Nikolausteam.

Georgspfadfinder bieten Nikolausdienst in Bretten und Umgebung an!

(Bericht von Catrin Dederichs in der BNN vom 05.12.2016)

Bretten. Wo er auftaucht, da stehen die Kleinen stramm. Höflich bieten sie selbstgebackene Plätzchen an, versprechen, den großen Bruder gewiss nie mehr zu ärgern und sie schenken sogar den heißgeliebten Schnuller her, wenn er es verlangt. „Nikolaus“ heißt der Mann mit dieser beeindruckenden Autorität, in der kommenden Woche ist er im ganzen Land im Großeinsatz.

In Bretten und Umgebung wird er von den Georgspfadfindern Stamm Askola tatkräftig unterstützt. Auf Bestellung ziehen die „Pfadis“ in zwei Gruppen von Haus zu Haus, und sogar Knecht Ruprecht und einen Engel haben sie dabei. Bereits zum sechsten Mal bieten sie ihre Dienste für die Allgemeinheit an. Dabei hat ursprünglich alles ganz klein angefangen: „Eine Pfadfinderfamilie brauchte unbedingt einen Nikolaus“, erinnert sich der Initator Eri kböttcher. „Deshalb hat einer von uns ein Kostüm genäht und wir haben dort gespielt.“ Aus dem einen Kostüm wurde inzwischen eine komplette Ausrüstung für zwei „Nikoläuse“, zwei „Knecht Ruprechts“ und zwei Engel. Großen Wert legen die Pfadfinder darauf nicht den Coca-Cola-Weihnachtsmann darzustellen ,sondern die historische Figur des Nikolaus. „Wir haben wirklich eine Bischofsmitra und den Bischofsstab“ erzählt Katharina Rooseboom, die in den verangenen Jahren eine „Nikolausie“ spielte. „Aber natürlich haben wir auch eine nweißen Bart, denn uns Frauen würden die Kinder sonst leicht erkennen.“

Kurz vor dem eigentlichen Besuch meldet sich die Gruppe telefonisch bei den Eltern. Diese überreichen die Geschenke für die Kinder sowie einen Zettel mit den „guten und schlechten Taten“. Nach etwa fünf Minuten klopft der Nikolaus an die Tür. „Meist werden wir dann in einen weihnachtlich geschmückten Raum geführt und die Kinder schauen uns mit großen Augen an“ berichtet Katharina. Danach sagen die Kleinen häufig ein Gedicht auf oder singen ein Lied – und schon heißt es: „Wart ihr denn artig?“ Vor allem Knecht Rupprecht würde dann manchma längstlich angeschaut, informiert „Engel“ Karola Bindert. „Aber bei kleineren Kindern reagiere nwir anders, und auf Wunsch kann man den Engel abbestellen“ sagt sie. Es folgt eine kurze Morlapredigt und die Kleinen versprechen, sich zu bessern. Aber dann kommt das Tollste: Der Nikolaus schaut in seinen Sack und holt Geschenke hevor. Oft wünsschen die Eltern noch ein Familienfoto mit dem heiligen Mann, schließlich stecken sie den Pfadis einen Obolus zu – und schon geht es zum nächsten Auftritt.

Nicht immer läuft es allerdings so rund. „Einmal standen wir vor drei ganz kleine nKindern und mein bart fing an zu rutschen“ erzählte Katharina. „Ich habe gedacht, wenn jetzt der Bart abfällt, sind die Kinder traumatisiert fürs Leben“. Dank ausgefeilter „Lippentechnik“ verstand sie es, die Situatoin zu retten, während sich Engel Karola das Lachen nur schwer verkneifen konnte. Mit ganz vie lSpaß gehen die jungen Leute an ihren Einsatz. Dank des guten Zusammenhalt im Team finden sich stets genügend Freiwillige – und was der größte Lohn für die Mühe ist, bringt Katharina auf den Punkt: „Das Schönste ist, das Strahlen der Kinder zu sehen.“ Etwa zehn bis 15 Familien werden die Pfadfinder jeweils am heutigen Montag und morgigen Dienstag besuchen. Die Einsätze koordiniert Erik Böttcher.

Manchmal kriegt der Nikolaus eine Pizza!

Brettener Georgspfadfinder bereit für den Einsatz

Im Jahr 2015 berichtete die BNN über unsere Aktion. Der Artikel stammt von Susanne Roth:

Irgendwie hatte Valentin keine Lust mehr darauf im Rampenlicht zu stehen und vor allem von den Kindern ehrfürchtig angeschaut zu werden. Und dann noch reden zu müssen: Noch im Auto entledigte er sich des Nikolausmantels, des Rauschebarts und was ein richtiger Nikolaus sonst noch alles trägt und überreichte das „One Size“-Kostüm an Katharina. „So wurde ich zum Nikolaus“, sagte die heute 17-jährige lachend. Besser: zur Nikoläusen. Als solche bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende Erik Böttcher der Brettener Georgspfadfinder die Frau, die allein von der Körpergröße her einen stattlichen Nikolaus abgibt. Und mit der Stimme, das haut auch hin. Trotz Rauschebart und Perücke, aus denen gerade noch so die Augen heraus blinzeln und womit sie aussieht wie ein ungeschornerer Bobtail-Hund, hört man sie auch noch laut und deutlich. Ist auch notwendig, denn am morgigen Sonntag wird sie zusammen mit dem Engel Karola und Knecht Rupprecht, dargestellt von ihrem Bruder Alexander das Team Nikolaus der Brettener Georgspfadfinder bilden und von einem Fahrer von Familie zu Familie kutschiert. Bisher sind es einhalbes Dutzend, die sich gemeldet haben. Etwa um 14 Uhr geht die bestimmt vierstündige Tour los durch Bretten und Umgebung. An Erik Böttcher liegt es, die Route durchzuplanen, damit möglichst zeit- und benzinschonend alle Kinder rechtzeitig besucht werden können. Dieses Mal könne man wegen des parallel Einsatzes auf dem Weihnachtsmarkt nur ein Team losschicken. Es kommt auch mal vor, dass Knecht Rupprecht draußen bleiben muss, wenn die Kinder schon eine riesige Ehrfurcht vor dem Nikolaus haben. „Das Kinder weinen, das geht natürlich gar nicht“ findet Erik Böttcher, der aus Bayern kommt, wo solche Nikolausbesuche üblich sind. So hat er es vor fünf Jahren in Bretten eingeführt. „Aber der Nikolaus soll keine Strafe sein, es ist auch kein Coca-Cola-Nikolaus“ so Böttcher. Vielmehr soll der Pfadfinder-Nikolaus jenen Nikolaus von Myra darstellen, der als Bischof von Myriam der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts in Kleinasien lebte und sein ganzes ererbtes Vermögen an die Armen verteilte. deshalb auch die Bischofsmütze und der Bischofsstab, der zugegeben in einem Straßenbesen endet. Aber das spielt keine Rolle. Die Gruppe ist gut gerüstet und freut sich schon auf ihren Einsatz. Das läuft dann so ab, dass sie diejenigen, die den Nikoalusbesuch wünschen noch einmal über die ungefähre Uhrzeit einen Tag vorher informieren, dann klingelt das Telefon wenige Minuten vor dem Eintreffen des „heiligen Mannes“ und irgendjemand von den Erwachsenen bringt die Geschenke und eine Liste mit den guten und schlechten Taten oder Eigenschaften ans Auto. „Das haben wir auch schon mal erlebt, dass nur Negatives drauf stand. Das können wir ja nicht machen, man muss ja auch was Nettes sagen“ findet Erik Böttcher. Und Katharina erzählt, dass sie einmal mit einem Fließtext klar kommen musste, der sich über fünf Seiten ergoss. „Und ich sollte ja schon möglichst frei sprechen“, sagt sie. Der Zettel liegt dann zwischen den Seiten eines Telefonbuches, das wiederum in Goldfolie eingewickelt das goldene Buch des Nikolaus darstellen soll. Auf jeden Fall ist die Nikolausen schon voller Vorfreude. Engel Karola jedoch seufzt: „Da ist doch wieder die Familie dabei, wo man bestimmt 20 Treppenstufen hoch gehen muss“. Da müsse sie ihr Engelsgewand etwas hochziehen, um das zu bewältigen, erzählt sie und lacht. Wie sieht das denn aus, wenn sie auf der Nase landet? Da möchte man ja nicht von einem gefallenen Engel sprechen. Als Belohnung für die kostenlose Aktion gibt es manchmal eine Spende für die Pfadfinder. Oder auch mal was zu essen. „Uns wurde auch mal Pizza angeboten, die haben wir dann im Auto gegessen. Man kriegt da schon Hunger unterwegs“, sagt Katharina.

Pfadfinder-Nikoläuse unterwegs!

Auch in diesem Jahr machte sich der Nikolaus der Brettener Georgspfadfinder am Nikolaustag auf dem Weg. Mit weißem Bart, Mitra, rotem Bischofsgewand und Stab sahen die Pfadfinder aus wie der echte Nikolaus.

Begleitet von Knecht Ruprecht und einem Engel zog das Nikolaus-Team, auf Bestellung wohlgemerkt, von Familie zu Familie. Die Geschenke und ein Zettel mit den guten und schlechten Taten der Kinder wurden vom Fahrer des Nikolaus-Teams vorab von der Familie abgeholt. Die Geschenke kommen in den großen Sack. Der Zettel mit den Informationen über die Kinder in das goldene Buch. Nur ganz selten musste der Nikolaus schimpfen.

Natürlich sind die meisten Kinder brav. Ab und an muss der Nikolaus einem Kind einen Schnuller abluchsen, bevor es Geschenke bekommt. Manche Kinder bereiten Gedichte vor. Es wird gesungen und musiziert. Da der Pfadfinder-Nikolaus zu jährlich 20 Familien besucht, muss das Nikolaus-Team schnell weiterziehen.

Die Pfadfinder stellen den heiligen Nikolaus von Myra dar und nicht den Coca-Cola-Weihnachtsmann. Um neue Kostüme und Bärte anzuschaffen, baten die Pfadfinder um einen freiwilligen Obolus. Die restlichen Einnahmen wandern in den Topf der Pfadfinder. „Alle haben großen Spaß an den strahlenden Gesichtern“ meint Erik Böttcher, der die Idee des Nikolausdienstes nach Bretten brachte und sich um die Terminplanung kümmert.

Die Brettener Georgspfadfinder bestehen derzeit aus rund 80 Mitgliedern in fünf Kinder- und Jugendgruppen. Der Pfadfinderstamm Askola, deren Mitglieder sich wöchentlich im Bernhardushaus treffen, ist als Mitglied der DPSG in der katholischen Kirchengemeinde verwurzelt, steht jedoch allen Kindern und Jugendlichen unabhängig einer Konfession offen.

Herzlichen Dank an das Nikolaus-Team Katharina, Karola, Alexander und Martin!!

Geschenke und leuchtende Kinderaugen: Nikolausdienst der Pfadfinder

Auch in diesem Jahr war die Roverrunde unterstützt durch die Pfadfinderstufe als Nikolaus unterwegs in verschiedenen Familien in Bretten. Der Brettener Woche war unsere Aktion ein Bericht auf der Titelseite der Wochenzeitung wert:

(Tassilo Pfitzenmeier)

BRETTEN. „Von drauß` vom Walde komm ich her; Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! Nun sprecht, wie ich‘s hierinnen find! Sind‘s gute Kind, sind‘s böse Kind?“, ruft eine bärtige Gestalt mit sonorer Stimme. Mit einer Mitra auf dem Kopf steht die imposante Person, dicht gefolgt von einem Engel und Knecht Ruprecht, an der Schwelle zu einem mit Kaminfeuer erwärmten Wohnzimmer und begrüßt die Anwesenden durch ein langsames Klopfen auf den Boden mit dem Bischofsstab. Lena und Max sitzen vor den knisternden Flammen und unterbrechen ihr Spiel für einen kurzen Moment. Die Augen leuchten, als sie merken, dass ihnen gerade der Nikolaus mit seinen Helfern einen Besuch abstattet.

Bereits zum zweiten Mal organisieren die Brettener Georgspfadfinder heute und am Nikolaustag einen Nikolausdienst für rund 20 Familien. Eltern können einen individuell auf ihre Kinder zugeschnittenen Besuch vom Nikolaus anmelden. Kurz bevor die Gruppe für jeden Termin in Aktion tritt, nimmt ein Helfer die von den Eltern vorbereiteten Geschenke in Empfang, welche umgehend in den großen Jute-Sack wandern. Bei dieser Gelegenheit informiert sich die Gruppe über ihr junges Publikum.

Wenn Nikolaus mit seinen Helfern die Wohnung betritt, rennen die Kinder enthusiastisch ins Wohnzimmer, präsentieren den Gästen voller Stolz selbst Gemaltes und Gebasteltes oder setzen sich unvermittelt auf den Schoß des Mannes mit der Mitra. Manchmal ist es mucksmäuschenstill im Raum. Für die Kleinen ist Nikolaus eine Autorität, vor der sie eine gehörige Portion Respekt zeigen. Gemeinsam mit seinem Knecht Ruprecht spricht Nikolaus mit den Kindern über ihr gutes oder weniger gutes Benehmen. „Darf ich Dir ein Lied vorsingen, das ich im Kindergarten gelernt habe?“, fragt Lena mit einem schüchternen Lächeln. Nachdem die Fünfjährige „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt“ vorgesungen und ihr Bruder Max ein Gedicht aufgesagt hat, greift Knecht Ruprecht tief in seinen Jute-Sack und holt zur Belohnung die Geschenke heraus. Dabei kommt es sogar vor, dass den Kindern bei Geschenken wie Spielautos oder dem neuesten „Bob der Baumeister-Buch“ vor Glück die eine oder andere Freudenträne über die Wange kullert. Denn nicht immer können sich die Familien kostspielige Geschenke leisten. Gerade hier wird ein Besuch vom Nikolaus oft zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Kleinen.

Für den Nikolausdienst bitten die Pfadfinder um einen Obolus der Eltern. „Mit dieser Aktion wird unsere Kinder- und Jugendarbeit unterstützt“, erklärt der Stammesvorsitzende Erik Böttcher. Ein weiterer Aspekt liegt dem Berufsschullehrer besonders am Herzen: „Wir möchten wieder das Bewusstsein der Kinder für den heiligen Nikolaus schärfen und daran erinnern, dass die Figur des Weihnachtsmanns eigentlich aus der Werbung stammt und nicht viel mit Nikolaus von Myra gemeinsam hat.“ (Brettener Woche)

Rover als Nikolaus-Team unterwegs!

(BNN-Zeitungsartikel vom 08. Dezember 2011, geschrieben von Patrick Lang)

Statt der Rute, gab es Gedichte, Geschenke und glänzende Augen!

Pfadfinder haben zum ersten Mal Nikolaus-Teams im Einsatz.

Für die meisten Kinder ist der Abend des 6. Dezember ein besonderer Abend: Nicole, Emily, Ansgar und Lars aus Walzbachtal-Wössingen machen da keine Ausnahme. Was sie jedoch noch nicht wissen: Ihre Eltern haben tatsächlich den Nikolaus bestellt. Die Brettener Georgspfadfinder haben zum ersten Mal zwei Nikolaus-Teams auf Tour geschickt, um 15 Familien in Bretten und Umgebung zu besuchen. Draußen ist es bereits dunkel und kalt, aber im Wohnzimmer von Familie Gurrath knistert es warm aus dem Holzofen: Der Nachbarsjunge Lars ist mit seinen Eltern rübergekommen, und die Kinder spielen fröhlich im schein des Feuers. Als dann aber schwere Schritte auf der Treppe nach oben poltern, wird es auf einmal still. Die Augen der spielenden Kinder werden größer. Jeder im Raum weiß, was die Stunde geschlagen hat. Und dann erscheinen auch endlich die drei erwarteten Gestalten im Türrahmen: Knecht Ruprecht, ein Engel udn der Nikolaus höchstpersönlich. Die Spannung im Raum wird praktisch greifbar. Acht Augenpaare sind auf den roten, bärtigen Mann mit dem Stab und der Mitra gerichtet. „Von drauß vom Walde komm ich her“, lässt er verlauten. Die Kinder aber sind in Gedanken längst beim Inhalt des großen Jute-sacks und bei dem goldenen Buch, das der Engel in den Händen trägt, denn jetzt werden die Karten aufgedeckt: Emily sucht bereits Schutz in den Armen ihres Vaters. Dann schreitet der Nikolaus zur Tat und schlägt das goldene Buch auf. „Lars, es ist gut dich hier zu treffen“. Bei euch war ich nämlich bereits und es war niemand da“, verkündigt der Bärtige. Gemeinsam mit seiner Mutter lauscht der Junge den Ausführungen des imposanten Mannes. Wie sich herausstelt, hat er Knecht Ruprechts Rute nicht zu befürchten, denn er war artig. Gut zuhören kann er, und er lässt die Leute immer aussprechen. Wie üblich forderet der Nikolaus ein Gedicht oder ein Lied. Lars greift dabei auf einen Klassiker zurück und beginnt: „Advent, Adent, ein Lichtlein brennt“. Da sich der Mann in Rot über jedes Gedicht freut, entschließt er sich dazu, ein Geschenk aus dem schweren Sack zu ziehen, und Lars ist sichtlich erfreut. Der Reihe nach wenden sich der Nikolaus und sein Gefolge nun den anderen Kindern zu: Nicole, die offensichtlich keine allzu große Angst hat, Emily, die mit Unterstützung ihrer Mutter sogar ein Liedchen vorträgt und Ansgar, der als Ältester die Situation souverän meistert. Am Ende hat jeder ein Geschenk in der Hand und ein Lächeln auf dem Gesicht. Es gibt nur noch eine Möglichkeit, um dieses Lächeln noch ein bisschen breiter zu ziehen: Eine zweite Runde Geschenke, denn der Sack ist noch lange nicht leer. Und damit ist alle Anspannung von den Kindern abgefallen. Lars hüpft vor lauter Freude schon durchs Wohnzimmer. Und so war der 6. Dezember für Familie Gurrath und für ihre Nachbarn ein voller Erfolg.